Schirmherrschaft

Die positive Wahrnehmung von Oberbayern in der ganzen Welt – oft sogar mit dem Bild von ganz Deutschland gleichgesetzt – ist stark durch das einzigartige Landschaftsbild geprägt, das im Zusammenspiel wunderbarer Naturlandschaften mit typischen Bauten entsteht. Gerade dem Wechsel von kompakter Siedlung und freier Landschaft, der vielfach noch intakten Baukultur und dem behutsamen Umgang und der Fortentwicklung der Baudenkmäler ortsbildprägenden Gebäude ist die Einzigartigkeit dieses Kunstwerks aus natürlicher und menschlicher Schöpfung zu verdanken. Baukultur entsteht aus der gemeinsamen Anstrengung Vieler für die gebaute Umwelt. Sie prägt unser aller Alltag und Leben nachhaltig. Sie prägt das Erscheinungsbild von Straßen, Plätzen, Brücken, Gebäuden, Dörfern, Städten und Landschaft. 
 
Aus der Wechselbeziehung von Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau ergibt sich ein sehr großes Potential zur Gestaltung einer gesunden, intakten und lebenswerten Umwelt. Dies wirkt unmittelbar auf unser persönliches (Wohl-) Befinden. Bei Baukultur geht es um Maßstäblichkeit sowie Respekt vor der Geschichte einerseits, zugleich aber auch um den Mut zum Experiment bei Beachtung des wirtschaftlichen Vertretbaren. Hieraus gestaltet sich der Raum, durch den wir uns alle bewegen und durch den wir uns zukünftig bewegen werden. Das aktuelle Spannungsfeld zwischen Innovation, dem ambitionierten Einsatz digitaler Technologie und die Besinnung auf das „einfache Bauen“ ist dabei enorm. Dies betrifft sowohl das Bauwerk selbst, den Herstellungsprozess oder die Werkstoffe, als auch die Umsetzung von Siedlungs- und Wohnkonzepten, Verkehrsinfrastrukturplanungen und nicht zuletzt auch die Einhaltung von Budgets. Die Bedeutung der ineinandergreifenden Planungsdisziplinen für diese unsere räumliche Zukunft, auf dem Weg der Energiewende, auf dem Weg der Verkehrswende ist immens und verlangt neben dem interdisziplinären Miteinander vor allem Kreativität. Kreativität in der Planung, Kreativität in der Technologie, Kreativität auf dem Weg der Herstellung, Kreativität bei der Umsetzung der nötigen Verwaltungsprozesse.


Baukultur entsteht daher nicht zufällig, sie braucht Initiative. Ich danke dem BDA Kreisverband München-Oberbayern, der mit der Auslobung des Preises «Über Oberbayern» Architekten und Bauherren aus dem In- und Ausland motiviert, gestalterische Verantwortung zu übernehmen und sich kreativ mit den baukulturellen Eigenheiten des Regierungsbezirks Oberbayern auseinanderzusetzen. Sehr gerne habe ich die Schirmherrschaft über den Wettbewerb übernommen, der im Jahr 2026 zum dritten Mal stattfinden wird. Den zahlreichen Sponsoren danke ich herzlich für ihre Unterstützung. Ich bin gespannt auf interessante und zukunftsweisende Wettbewerbsbeiträge und wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude und Erfolg bei der Präsentation ihrer Projekte sowie den Mitgliedern der Jury eine glückliche Hand bei der Auswahl der Preise und Anerkennungen.


Ihr
Dr. Konrad Schober
Regierungspräsident von Oberbayern